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So können Sie Abwehrverhalten bei Demenzkranken verringern

Experte: Brigitte Leicher
Demenzkranke brauchen kleine Handlungsschritte

Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf benötigen Menschen mit Demenz immer mehr Hilfe. Sicherlich haben Sie selbst auch schon miterlebt, dass die Unterstützung nicht immer dankbar angenommen wird. Manchmal wehrt sich die an Demenz erkrankte Person durch Schlagen und Schreien. Dies geschieht nicht, weil die Person mit Demenz besonders aggressiv oder renitent ist, sondern weil Sie nicht nachvollziehen kann, was gerade passiert. Die Fünf Stufen Intervention schafft hier Abhilfe.

Oft sind wir zu schnell für den Demenzkranken
Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind gerade aufgestanden und stehen nun im Bad. Eine Ihnen vage bekannte Frau sagt etwas, dessen Sinn Sie nicht verstehen. Fast zeitgleich haben Sie einen nassen Waschlappen im Gesicht. Vermutlich wären Sie ganz schön erschrocken und würden lautstark schimpfen. Möglicherweis kämen Sie sich auch hilflos vor. So oder so ähnlich fühlen sich vermutlich Menschen mit Demenz, wenn sie sich auf Sie und die durchzuführende Handlung nicht einstellen können.

Langsames und schrittweises Vorgehen hilft Personen mit Demenz
Schon ein Buddhistisches Sprichwort bringt es auf den Punkt: "Wenn Du es eilig hast, gehe langsam." Ähnlich sollten Sie im Umgang mit Demenzkranken vorgehen. Die Fünf Stufen Intervention hilft Ihnen, jede Handlung auf die an Demenz erkrankte Person abzustimmen.

 

Nutzen Sie die die Fünf Interventionsstufen zur Durchführung von Handlungen 
Diese Fünf Schritte helfen Ihnen, dem Demenzkranken größtmögliche Sicherheit zu vermitteln und ihn einzubeziehen.

1. Stufe: Nehmen Sie mit zu der Person mit Demenz Kontakt auf
Versuchen Sie zunächst zu erreichen, dass der Demenzkranke Sie bewusst wahrnimmt. Sprechen Sie Ihn von vorne und mit Namen an. Nehmen Sie Blickkontakt auf und versichern Sie sich darüber, dass die Person mit Demenz auf Sie reagiert, also Kontakt aufbaut. Sind Einschränkungen im Sehen vorhanden, sollten Sie versuchen die Aufmerksamkeit über andere Kommunikationswege aufzubauen. Etwa über Sprache und leichte Berührung am Arm beziehungsweise an der Hand.

2. Stufe: Handlung nonverbal und verbal andeuten
Erklären Sie Ihre Absicht in kurzen Sätzen. Unterstreichen Sie Ihr Vorhaben mit entsprechenden Gesten. Bei Personen, die nicht oder nur sehr schlecht sehen können, erklären Sie zunächst den wesentlichen Inhalt und führen die Geste gemeinsam mit der an Demenz erkrankten Person  aus.

3. Stufe: Warten Sie immer das Einverständnis der Person mit Demenz ab
Erst wenn auf die nonverbale Andeutung der Handlung keine Abwehr erfolgt, sie toleriert wird, kann weitergegangen werden. Diese Abwehr kann sich in einer kleinen Anspannung, Wegdrehen des Kopfes oder leichte Abwehrhaltung der Hand äußern.  

4. Stufe: Führen Sie die Handlung durch
Führen Sie die Aktion im Sichtfeld der an Demenz erkrankten Person durch, so dass das Geschehen für Ihn überschaubar bleibt. Halten sie nach Möglichkeit den direkten Kontakt.

5. Stufe: Beenden Sie die Handlung und den Kontakt eindeutig
Um sich sicher zu fühlen und angemessen in der Situation zu reagieren, benötigen an Demenz erkrankte Personen eindeutige Signale. Das gilt besonders für den Abschluss einer Handlung. Bevor etwas Neues beginnt, muss die alte Aktion deutlich abgeschlossen sein.

Vielleicht wundern Sie sich etwas darüber, dass selbstverständliche Haltungen so detailliert dargestellt werden. Aber besonders alltägliche Handlungen führen wir oft zu schnell und routiniert aus. 

 

 
 
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Kommentare [1]
Siegfried Trense

So können Sie Abwehrverhalten bei Demenzkranken verhindern

Sehr geehrte Frau Brigitte Leicher, vielen Dank für diesen Artikel, dieser sollte allen, die mit Demenzkranken arbeiten zugänglich gemacht werden. Ich bin Pflegeassistent mit gerontopsychiatrischer Ausbildung in einer privaten Einrichtung für scherstdemente Menschen. Aus meiner Praxis kann ich nur sagen, das sind genau die wichtigsten Elemente im Umgang mit diesen meist alten Menschen. Der Erfolg im Umgang diesen Menschen so zur Seite zu stehen, ist Vertrauen und der Alltag wird dadurch deutlich einfacher. Als Erfolg für die Empathie erhalte ich glückliche alte Menschen. Es grüsst Sie freundlich Siegfried Trense

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