VNR.de
Willkommen bei VNR.de
Das Expertenportal für Ihren beruflichen und privaten Erfolg
zurück
 

Apnoetauchen: Tauchen ohne zu atmen

Experte: Georg Wolf
Apnoetauchen: Tauchen ohne zu atmen

Die älteste und auch ursprünglichste Form des Tauchens ist das Tauchen mit eigener Atemluft. Der Taucher benutzt dabei den Luftvorrat, den er vor dem Abtauchen eingeatmet hat. Der heute geläufige Begriff des Apnoetauchens stammt aus dem griechischen und bezeichnet den Zeitraum zwischen Einatmen und Ausatmen. Apnoe = Nichtatmung, Atemstillstand.

Bereits in der Steinzeit haben Apnoetaucher zum Beispiel Muscheln, Schwämme und Perlen gesammelt sowie Fische mit Speeren gejagt. Heutzutage wird Apnoetauchen als Freizeit-, aber auch als Leistungs- bzw. sogar Extremsport betrieben. Für den Freizeitsportler geht es vor allem um die Erkundung der Unterwasserwelt und um die allgemeine Konditionierung für das Flaschentauchen. Im Leistungssport hingegen werden durch gezieltes Training immer längere Apnoezeiten bzw. Strecken- und Tiefenleistungen angestrebt. Getreu dem Motto: höher, schneller, weiter, tiefer.

 
 

13 Gratis-PDF-Reporte   Kostenlose Praxistipps von über 100 Experten zu aktuellen Themen!

Unsere Atmung
Normalerweise ist unsere Atmung ein unwillkürlicher Vorgang. Man atmet ein, man atmet aus ohne sich dessen so recht bewusst zu sein. Dieser Vorgang kann allerdings auch ganz bewusst gesteuert werden. Während dabei der Untrainierte kaum in der Lage ist, seinen Atemreiz über einen längeren Zeitraum zu unterdrücken, wird die Dauer der Nichtatmung (Apnoe) für den Geübten durch den Sauerstoffgehalt im Blut begrenzt. Der Atemreiz wird allerdings nicht durch zu niedrigen Sauerstoffgehalt, sondern vielmehr durch einen erhöhten Kohlendioxidgehalt im Blut ausgelöst.

Bewusstes Atmen oder Hyperventilation vor dem Tauchen führen dabei nicht zu einer Erhöhung des Sauerstoffvorrats, sondern zu einer Absenkung des Kohlendioxidgehalts im Blut. Je nach Dauer und Intensität der Hyperventilationsphase kommt es zu einem verzögert einsetzenden Atemreiz, was wiederum gefährlich sein kann, da es bis zur Ohnmacht unter Wasser führen kann.

Gerade ein Ungeübter dürfte kaum in der Lage sein, Anzeichen einer drohenden Ohnmacht zu erkennen. Meist überfällt sie den Betroffenen plötzlich und ohne Vorwarnung. Werden die Atemwege des Betroffenen dann nicht innerhalb kürzester Zeit oberhalb der Wasseroberfläche gebracht, können Unfälle oder das Ertrinken die Folge sein. Deshalb spielt auch hier der Leitsatz des Tauchsportes "Tauche nie alleine" eine wichtige Rolle. Eine Bewusstlosigkeit ist ohne schnelle und erfahrene Hilfeleistung eine lebensbedrohliche Situation.

So trainiert man Apnoetauchen
Im Training erlernt man zuerst die bewusste Atmung und den entspannten Umgang mit seinem Atemreiz. Zudem erfolgt eine allgemeiner Konditionsaufbau durch Schwimmen, Laufen u. ä. sowie ein spezielles Techniktraining für die Fortbewegung unter Wasser. Im fortgeschrittenen Training erlernt man unter der Beobachtung seines Trainingspartners die Anzeichen eines beginnenden Sauerstoffmangels und damit seine eigenen Grenzen zu erkennen.

Dieses Herantasten hat gleichzeitig einen großen Anpassungseffekt. Der Taucher stellt sich physiologisch und mental auf diese außergewöhnliche Belastung ein. Er kann sich entspannen, der Tauchreflex verstärkt sich und die Herzfrequenz sinkt. Durch regelmäßiges und bewusstes Trainieren kann dadurch der Sauerstoffverbrauch entscheidend gesenkt und die Apnoeleistung wesentlich gesteigert werden.

Ausrüstung eines Apnoetauchers
Die Ausrüstung eines Freitauchers reicht von einer Badehose bis zur komplizierten Schlittenkonstruktion aus Edelstahl. Der Anfänger wird man eine einfache ABC-Tauchausrüstung und einen normalen Tauchanzug verwenden. Für Fortgeschrittene gibt es speziell an die Anforderungen angepasste Ausrüstungsgegenstände:

Apnoetauchen als Leistungssport
Rekordversuche und Wettkämpfe im Bereich des Apnoetauchens werden nach den Richtlinien der AIDA, Internationaler Verband zur Förderung des Apnoesports, abgehalten. Das umfangreiche Regelwerk schreibt dabei verbindliche Sicherheitsstandards sowie die Bedingungen für die Anerkennung der Leistungen und Rekorde vor.

Die wichtigste Regel ist, dass der Athlet seinen Vortrag, in der Sprache der Apnoeisten spricht man von "Performance", bei vollem Bewusstsein und ohne jegliche Hilfeleistung oder -stellung absolvieren muss. Verliert er dabei das Bewusstsein oder ist er zu seiner Sicherheit auf fremde Hilfe angewiesen, wird er disqualifiziert und seine Leistung nicht bewertet. Die Performance endet, nachdem die Atemwege das Wasser verlassen haben und ein in den Regeln genau festgeschriebenes Protokoll erfüllt wurde.

Beim Apnoeleistungssport unterscheidet man zwischen Pool- und Tieftauchdisziplinen, welche wiederum in die verschiedensten Disziplinen unterteilt sind.

 

 
 
Lesezeichen setzen bei:
Bookmark and Share
 
Fragen Sie unsere Experten!
  • Frage stellen
  • neue Fragen

Inhalte werden geladen Die Fragen werden geladen..


Antworten unserer Experten

Inhalte werden geladen Die Antworten werden geladen..