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Tauchausbildung: PADI oder CMAS?

Experte: Georg Wolf
Tauchausbildung: PADI oder CMAS?

Hat man sich entschlossen, Tauchen zu erlernen, wird man zwangsläufig mit zwei Ausbildungssystemen konfrontiert: das der Professional Association of Diving Instructors (PADI) und das der Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques (CMAS). Während PADI die größte Einzelorganisation ist, wurde CMAS als Weltdachverband des Tauchsportes und als Zusammenschluß nationaler Mitgliedsverbände lange vor Gründung von PADI in Europa gegründet.

Tauchausbildung

Egal für welchen Ausbildungsverband man sich entscheidet, ob für das amerikanische System nach PADI oder einem der nationalen Mitgliedsverbände der CMAS ( in Deutschland sind dies u.a. VDST, IDA, Barakuda, VIT), der Kursteilnehmer erhält am Ende in der Regel ein internationales Zertifikat, welches bis auf wenige Ausnahmen vom anderen Verband und von allen anderen unzähligen, mehr oder weniger bekannten und am Markt agierenden Ausbildungssystemen anerkannt wird.

Dieses Zertifikat besagt, dass der Kursteilnehmer SCUBA -Diving, also das Tauchen mit Presslufttauchgerät, eigenverantwortlich ausüben kann. Und genau hier liegt das Problem. Keiner, der jemals Tauchen gelernt hat, wird behaupten können, dass er das Tauchen, nach Beendigung der Tauchausbildung, unter allen Umständen und in allen Situationen beherrscht hat.

 
 

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Im Prinzip ist es auch gar nicht möglich alle Facetten des Tauchens wahrend der Grundausbildung, die in der Regel aus theoretischer Ausbildung, praktischer Ausbildung im Pool und 4-5 Freiwassertauchgängen besteht, zu erlernen. Tauchen ist learning by doing. Erst wenn man durch anschließende Tauchgänge Erfahrungen mit Strömungen, Gezeiten, geringen Sichtverhältnissen, Tiefe usw. gesammelt hat, lernt man zu verstehen, was es heißt sich unter Wasser, in einem für den Menschen lebensfeindlichen Metier, zu bewegen und die Flora und Fauna zu genießen.

Leider wird dies in den Werbeslogans der Tauchverbände ganz anders dargestellt. Unter dem Motto "Diving is fun and for everyone" werden Tauchschüler geworben und ausgebildet. Teilweise ohne die Schüler auf die Gefahren hinzuweisen, die es beim Tauchen nun einmal gibt. Das Ergebnis lässt sich dann an den immer wieder auftretenden Unfällen nachlesen. Die beiden größten Unfallverursacher hierbei sind mangelnde Kenntnisse bzw. Fertigkeiten oder aber die Selbstüberschätzung der Taucher.

Welches Ausbildungssystem ist nun für mich das geeignetere?
Prinzipiell kann man sagen, dass sich die beiden großen Ausbildungsorganisationen nichts mehr nehmen. War es früher noch so, das gerade die Ausbildung nach CMAS größeren Wert auf körperliche Fitness gelegt hat, so ist man heute mehr und mehr davon abgekommen.

Keiner der beiden Verbände kann das Rad neu erfinden und auch die physikalischen Gesetzmäßigkeiten sind für jeden Taucher gleich, egal ob er sich nun nach PADI oder CMAS ausbilden lässt. Im Prinzip geht es bei beiden Ausbildungen darum die elementaren Fertigkeiten des Tauchens, Tarieren, Handhabung der Ausrüstung o.ä., zu erlernen.

Die Frage muss daher nicht lauten, wähle ich zwischen CMAS oder PADI, sondern vielmehr: Wo und wie will ich tauchen lerne?

Die kostengünstigere, dafür aber wesentlich zeitintensivere Variante, ist ein Tauchkurs bei einem örtlichen Tauchverein. Diese Ausbildung dürfte in der Regel über einem der nationalen Mitgliedsverbände der CMAS sein. Oftmals bietet dies auch den Vorteil, das man den Tauchlehrer oder aber eines der anderen Mitglieder persönlich kennt.

Die vom Zeitrahmen, nicht unbedingt vom Zeitaufwand, kürzere, aber oftmals teurere Version ist das Erlernen des Tauchens während des Urlaubes. Hier wird man sich in der Regel für PADI entscheiden, da in nahezu jedem Urlaubsort weltweit, der an einem See oder am Meer gelegen ist, eine PADI-Tauchschule zu finden ist. Allerdings sind auch CMAS-Tauchschule sehr oft an zu treffen.

Die gegenseitige Akzeptanz der Tauchscheine spielt heutzutage nur noch eine untergeordnete Rolle. Sieht man einmal von der Karibik, wo CMAS nahezu unbekannt ist, und Frankreich, wo oftmals keine PADI-Tauchscheine akzeptiert werden, ab, werden internationale Tauchscheine überall akzeptiert.

Glossar:
PADI: Professional Association of Diving Instructors
CMAS: Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques
VDST: Verband Deutscher Sporttaucher
IDA: International Diving Assosiaction
VIT: Verband Internationaler Tauchschulen
SCUBA: Self-Contained Underwater Breathing Apparatus

 

 
 
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