Liebe Leserin, lieber Leser,
unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel beendet heute ihre erste Arbeitswoche nach dem wohlverdienten Sommerurlaub. Empfangen wurde sie von Themen wie Laufzeit der Atomkraftwerke, Sicherheitsverwahrung oder dem Umbau der Bundeswehr – zumindest ist das der Presse zu entnehmen. All das sind keine Routineaufgaben des Tagesgeschäfts. Und sicher sind sie nicht an einem Nachmittag zu erledigen. Das bringt mich zu der Frage: Wenn Ihr Urlaub jetzt ebenfalls vorbei ist, welche Themen stellen für Sie die Herausforderung in “Teil 2″ des Jahres 2010 dar?
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, den Blick nicht nur auf das Tagesgeschäft zu lenken. Dies ist eine gute Gelegenheit, sich die eigenen Jahresziele noch einmal zu vergegenwärtigen. Denn jetzt können Sie noch die Schritte einleiten, verstärken oder korrigieren, die Sie Ihre Ziele erreichen lassen. Vor allem die Ziele, die Ihnen persönlich wichtig sind.
Doch das Tagesgeschäft und der viele “Kleinkram” im Arbeitsablauf fesseln einen Großteil der Energie und Zeit. Denn immer schwingt das Attribut “dringend” mit. Wahrscheinlich wissen Sie, was passiert, wenn Sie nur auf “Dringendes” reagieren: Sie sind mit Sicherheit immer beschäftigt, haben aber oft das unbefriedigende Gefühl, nicht zum wirklich “Wichtigen” gekommen zu sein. Denn das wirklich Wichtige ist das, was Sie zufrieden macht. “Wichtiges” sind die Projekte, bei denen Sie das Gefühl haben, Ihre Zeit und Energie sinnvoll genutzt zu haben. Doch immer wieder passiert es uns, dass wir das “Wichtige” von dem “Dringenden” an die Seite drängen lassen und uns im klein-klein verlieren. Wie aber kommt das?
Wichtige Dinge sind oft nicht dringend, haben keinen festen oder von außen vorgegebenen Termin. Sie sind oft nicht an einem halben Tag erledigt. Und gerade deshalb ist es so schwierig, die wichtigen Aufgaben und Herausforderungen im Blick zu behalten. Da hilft nur eins: terminieren. Tragen Sie sich feste Termine für diese Aufgaben ein und schenken Sie ihnen die Zeit, wenn Sie besonders konzentriert sind. Terminieren Sie solche Aufgaben nicht in Ihr persönliches Leistungstief, z. B. nach dem Mittagessen. Arbeiten Sie jeden Tag zumindest ein Stückchen an Ihrem persönlichen wichtigen Projekt. Dann werden Sie zu dem gewünschten Ergebnis kommen. Und es stellt sich das Gefühl ein, die eigene Lebenszeit gut zu nutzen.
In meinen Trainings schicke ich an dieser Stelle meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einige Zeit nach draußen. Vorher haben Sie auf einer postkartengroßen Karte ihr wesentliches Projekt beschrieben. Ganz oben steht ein aussagekräftiger “Filmtitel”, darunter die Beschreibung und die Zeit, die man investieren möchte. Dann gehen alle nach draußen und suchen sich einen Gegenstand, den Sie als Symbol für Ihre Aufgabe mitnehmen. Dieser Platzhalter soll sie jeden Tag daran erinnern, dass Sie neben dem Tagesgeschäft auch Zeit und Energie für etwas Wichtiges einsetzen.
Wie sind Ihre Erfahrungen, Anregungen oder auch Fragen zum Tagesgeschäft oder den wichtigen Dingen, die Sie gerne angehen würden? Manchmal sind es die ganz kleinen Kniffe und Tricks. Diskutieren Sie mit uns hier im VNR.de-Blog.
Viel Spaß und gute Ideen wünscht Ihnen
Ihre
Wera Nägler
VNR.de-Expertin für Büroorganisation



