Liebe Leserin, lieber Leser,
“Abends bin ich immer richtig erleichtert, wenn ich aus dem Büro rauskomme. Den ganzen Tag nur Gemeckere, schlechte Laune und Hektik.” Die Teilnehmerin, die mir dies einmal in einem Seminar erzählte, war wirklich nicht zu beneiden. Denn das Arbeitsklima war offensichtlich sehr schlecht. Dabei verbringen wir oft mehr Zeit im Büro mit den Kollegen und Kolleginnen als zu Hause und mit Freunden. In einigen Unternehmen herrscht ein gutes Betriebsklima, in anderen Betrieben hingegen fühlt man sich sogar als Besucher unwohl.
Sicherlich, es gibt einige Bedingungen, auf die Sie als “kleines Rädchen im Getriebe” keinen oder nur geringen Einfluss haben. Denn manchmal liegt es am Verhalten der Vorgesetzten, an der Arbeitsorganisation oder den Arbeitsbedingungen, wenn das Betriebsklima nicht stimmt. Manchmal liegt es an der Art der Kommunikation (oder Nicht-Kommunikation) und an der Informationspolitik (oder das Fehlen derselben). Dabei ist ein gutes Betriebsklima nicht nur aus menschlicher Sicht wichtig. Denn die Produktivität leidet in erheblichem Maße unter einem schlechten Betriebsklima. Der Kunde steht weniger im Zentrum, wenn alle mit internen Problemen beschäftigt sind, und oft ist eine hohe Personalfluktuation zu beobachten. Doch was, wenn Sie nicht gehen wollen oder können? Können Sie allein überhaupt etwas bewirken?
In besagtem Seminar unterhielten wir uns in der Mittagspause darüber und alle waren sich einig: Als Chef hätte man natürlich mehr Einfluss, um ein schlechtes Arbeitsklima zu verbessern. Aber auch als einzelnes kleines Rädchen könne man anfangen, etwas für ein gutes Arbeitsklima zu tun. Dabei kamen einige Ideen zusammen bzw. es wurde deutlich, was Einzelne oft ganz selbstverständlich tun. Und heraus kommt ein eher angenehmes und wertschätzendes Miteinander.
Hier einige Gedanken, die geäußert wurden: Man sollte nicht lästern, schon gar nicht hinter dem Rücken anderer. Und nicht nur nicht lästern, sondern aktiv gegen Lästern vorgehen: “Ich finde es nicht gut, dass du jetzt so über xy sprichst, kläre da doch mit ihr direkt.” war ein Vorschlag. Dann wurde Hilfsbereitschaft genannt. Beispielsweise einem überlasteten Kollegen auch mal aktiv Unterstützung anbieten. Verständnis zeigen, wenn jemand unter Druck und Stress steht und vielleicht nicht immer den rechten Ton trifft; also nicht jedes Wort auf die berühmte Goldwaage zu legen. Andere Teilnehmerinnen waren der Meinung, es fange bereits damit an, dass man an Geburtstage denke oder sich auch für private Dinge im Leben des anderen interessieren würde.
Wie sieht es in Ihrem Unternehmen in Sachen Arbeitsklima aus? Gibt es in Schulnoten eine gute “2″ oder gerade noch eine “4″? Haben sich bei Ihnen schon alle von dem Wunsch nach einem angenehmen Arbeitsklima verabschiedet und geben die Note “5″? Oder was läuft bei Ihnen, dass Sie sogar die “1″ zücken? Ergänzen Sie im VNR-Blog jetzt gleich meine Liste für die guten Beispiele. Oder wenn Sie Spaß haben, eröffnen Sie doch eine Negativliste, damit wir alle wissen, was wir unterlassen sollten, damit ein gutes Betriebsklima kein Wunschdenken bleibt.
Viel Spaß und gute Ideen wünscht Ihnen
Ihre
Wera Nägler
VNR.de-Expertin für Büroorganisation



