Faire Preise – wieso eigentlich?

Heutzutage geht es scheinbar immer nur darum, alle Produkte möglichst billig anzubieten - doch dabei wird oft vergessen, dass solche "Meganiedrigpreise" auf Kosten der Produktionsbedingungen gehen. Im Gegensatz zu den "Billiglohnländern" gelten in Deutschland aber andere Gesetze - oder?

Faire Preise – wieso eigentlich?

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31 Kommentare zu „Faire Preise – wieso eigentlich?“

  1. Andreas Adami sagt:

    Sehr geehrte Frau Olthof,

    es gibt Ihrem Artikel nichts hinzuzufügen.
    Es stimmt jedes Detail, jedes Beispiel wie wir selbst diesen Kreislauf durcheinander bringen respektive schon gebracht haben, um hie und da nen EURO einzusparen. Natürlich kosten 700g gemischtes Hackfleisch beim örtlichen Metzger fast das dreifache des Preises von “REWE”, “REAL”, “ALDI” und wie sie alle heißen. Natürlich ist das deutsche Auto etliche tausend EURO teurer als ein asiatisches Auto. Aber wir selbst greifen hier in diesen Kreislauf selbst ein und mit ein wenig mehr “Grips” und Überlegung konsumieren wir zukünftig richtig, gesund und überlegt. Genauso beim Obst, Gemüse und sonstigen wichtigen Lebensmitteln. Das ist ja nur ein Gebiet, was uns täglich berührt, was wir täglich konsumieren (müssen). Nächstes Beispiel: Der allen heilige Urlaub. Warum im Ausland immer all inclusive fressen, saufen und feiern bis zum abwinken? Liegestuhl ab 05.30 Uhr reservieren, in Shorts zum Abend-Diner und wehe der Flieger verspätet sich um 10 Minuten schon gehts zum nächsten Hobby der Deutschen: prozessieren auf Teufel komm raus und “wieder was rausholen – ist ja mein gutes Recht”. Spießbürgertum per exellence.

    Wenn die Bürger nicht selbst darauf kommen und zu blöd sind für den von Ihnen, Frau Olthof richtig erkannten Kreislauf, der funktionieren MUSS, soll es eben vom Staat geregelt werden. Eine Möglichkeit wäre nach amerikanischem Vorbild ein Strafzoll auf Auslandsreisen, auf chinesisches Spielzeug oder vietnamesische Kleider um alles wieder auf europäisches Preisniveau zu heben. Dann entscheidet endlich wieder das Attribut “Made in Germany”, insbesondere auch beim Autokauf. Das Maß halten bei den Löhnen greift hier aber auch als entscheidendes Zahnrad in unseren Kreislauf ein, wo wir Maß halten müssen und Maß hielten die letzten Jahre. Nur wurde dann der noch größere Reibach in den Führungs- und Vorstandsetagen gemacht, was mancher zu Recht nicht eingesehen hat und entsprechende Lohnanpassungen forderte. Wie lange wird schon bei “Kerner”, “Anne Will” und Co. gelabert zu bester Sendezeit? Keiner traut sich an diese Themen heran, keiner handelt und hangelt sich nur in 4-Jahresschritten von Wiederwahl zu Wiederwahl.

    Also warten wir halt mal alle ab, bis die nächste Zeitbombe hochgeht – die soziale nämlich. Am besten lebt es sich aber nach biblischen Worten: “Was kümmert ihr euch um morgen? Ich sorge für Euch. Was braucht ihr mehr als ein Dach über den Kopf und Essen und Trinken?”

    Um mehr geht es wirktlich nicht in diesen (statistischen) knapp 80 Jahren ………

    A. Adami

  2. Sehr geehrte Frau Olthoff,

    ich kann Ihrer Sichtweise nur zustimmen und das nicht nur weil ich mit meinem Unternehmen oftmals Betroffener bin sondern weil ich in vielen Fällen ethische und soziale Verantwortung vermisse. Tatsache ist das unsere berufstätige Bevölkerung nach wie vor eine hohe Leistungsbereitschaft hat, aber bedingt durch die vielen einfach zu erhaltenen sozialen Zugeständnisse ( die nur für wirklich Bedürftige zugänglich sein sollten ) verwöhnt wurde. Rufen nach mehr Leistungen der öffentlichen Hand und selbst weniger zum Allgemeinwohl beizutragen hat bei vielen leider einen hohen Stellenwert, das diese Leistungen aber wieder von jedem Einzelnen durch höhere Belastungen sprich Steuern beglichen werden mußte wurde unserer Gesellschaft zu wenig deutlich aufgezeigt.
    Gute Leistung erfordert einen guten Preis sowohl für die geleistete Arbeit als auch für die dadurch geschaffenen Produkte. Ständiges Preisgefeilsche kann nicht Bestandteil einer gut funktionierenden Marktwirtschaft sein, auch nicht im globalen Wettbewerb. Menschen in Asien haben ein gleiches Recht auf angemessene Entlohnung wie bei uns, auch dort wird man es lernen ( die Kenntnisse von Maslow sind nicht umkehrbar, sie beginnen bei den Menschen dort höchstens langsamer einzusetzen.

  3. hermann sodermanns sagt:

    Guten Tag, sehr geehrte Frau Olthof,

    mit großem Interesse habe ich wie seit Jahren schon und regelmäßig Tag für Tag Ihren Bericht gelesen.

    Dem gibt`s nichts hinzuzufügen, und auch die bereits vor mir geschriebenen Kommentare welche ich alle gelesen habe, sind völlig zutreffend. Nur läßt mich das beklämmende Gefühl nicht los, daß wir mit unserer Meinung und Auffassung wohl die Minderzahl sind.

    Ich möchte um es relativ kurz zu machen nicht all die bereits in den vorherigen Kommentaren genannte Beispiele in ähnlicher Form wiederholen; statt dessen möchte ich an dieser Stelle einmal eine Anregung machen wie man der niveaulosen “Geiz ist Geil” Welle entgegen wirken könnte.

    Wir brauchen uns doch nur unsere Medien in welcher Form auch immer anzusehen. Überall geht es doch nur darum, wo geht es noch billiger. Sei es in den verschiedensten Zeitschriften, sei es in Funk und Fernsehen, überall bekommt der Konsument “eingetrichtert”, es geht noch billiger. Selbst die Rechtlich Öffentlichen, welche meines Erachtens doch mit gutem Beispiel voran gehen sollten und zu dessen Verehrer ich mich bekenne, bringen Sendungen, wo sie voller Stolz darauf verweisen:Wir besorgen`s billiger! Warum läßt man einen solchen Schmarren nicht endlich einmal aus den Programmen und zeigt den Zuschauern doch einmal: Wo geht es besser, wo fand man Top-Qualität, welcher Handwerker z.B. hat für seine gestellte Rechnung eine exzelente Leistung gebracht. Nein das wäre ja mit viel zuviel Aufwand verbunden. Warum grenzt man sich nicht mit einer solchen interessanten Sendung einmal vom Wettbewerber ab. Aber nein, man macht den gleichen Blödsinn den alle Andere auch machen und das ganze dann vieleicht sogar auch wieder billiger. Ja herzlichen Glückwunsch! Aus diesem Grund habe ich mit meiner Empfehlungsagentur mir zur Prämisse gemacht: “Wir vermitteln nicht was billig ist, wir “empfehlen was gut ist!”

    In diesem Sinne grüße ich recht herzlich in Ihre Redaktion und freue mich über weitere so gute Beriche von Ihnen und aus Ihrem Hause.

    Ihr hermann sodermanns
    Inhaber der empfehlungsagentur
    informations-&empfehlungsmarketing
    handicap- & seniorenservice

  4. A.Weise sagt:

    Sehr geehrte Frau Olthoff,
    Auch wir benötigen faire Preise für das Produkt, das wir herstellen – Brennholz – und für unsere Mähdienstleistung, denn wir sind ein zertifizierter Betrieb und haben unsere Helfer sozialversichert.
    Leider wird das von vielen Verbrauchern nicht verstanden, in unserer Branche wird Schwarzarbeit geradezu vorausgesetzt! Im Frühjahr hat uns ein Magistratsmitglied der Nachbargemeinde angerufen und für Mähdienste 8 EUR Stundenlohn in Aussicht gestellt! Völlig verrückt: wir brauchen 12,50 und von unserer Kommune kriegen wir die auch… d.h.wenn die Kommune Aufträge zu vergeben hat.
    Es hängt eben alles mit allem zusammen. Und weil wir das verstanden haben, setzen wir uns in der Freizeit für unsere Regionalgeld-Initiative ein. Denn: Small is beautiful – eat local usw.
    In diesem Sinne.
    Schreiben Sie weiter Ihre Newsletter – Sie sehen ja, dass die Leute Ihnen zustimmen. Solche Figuren wie die fotogene Agrarministerin Ilse Aigner können Deutschland nicht helfen. Vielleicht können Sie mal helfen…
    Mit freundlichem Gruß
    Mari Weise

  5. Gelegentlich Mitfühlender sagt:

    Vielen Dank für diesen (Denk)-Anstoß,

    Herr Adami spricht mir vollkommen aus dem Herzen, jedoch sind die meisten deutschen Bürger tatsächlich so verblendet wie es in den Medien fast gezwungenermaßen dargestellt wird, denn auch Herr Sodermanns hat leider absolut Recht mit seiner Kritik.
    Die in Deutschland so beliebten Meinungen wie “mir das Meiste”, “mein Anwalt wirds schon richten” “Es geht nur wenn Druck gemacht wird” passen zu unserer Gesellschaft einfach perfekt!! Wenn man die Medien, und den daraus folgenden Mainstream etwas hinterfragt kommt einem das kalte Kotzen. Mein Güte gehts uns schlecht!!!! Hallo??? Es gibt auch bei uns nicht wenige Probleme, aber die Sonnenseite des Lebens ist absolut in Griffweite, wenn unsere Ansprüche nicht dermaßen hoch angesetzt würden.
    Es wird Zeit wieder etwas mehr auf die Einzelheiten zu achten, und damit sind ALLE gemeint. Wieso muß man Erdbeeren im Winter kaufen? Wieso muß jeder der seine Ziele erreichen will nur seine Ellenbogen entsprechend weit ausfahren?? Was sind das eigentlich für Ziele? Möchte man den eigenen Kindern , so man sie denn hat, Millionen Euro hinterlassen (weil Anwälte so teuer sind)?
    Leute, beantwortet mir die Fragen die sich in der sogenannten “Wirtschaftskrise” vor allem stellen: Was macht euch glücklich?
    Seit Ihr jemals glücklich gewesen? Ist Geld alles? Gibt es einen Grund unseren Kindern all das aufzuhalsen, denn das geschieht gerade in extremster Form??
    Würde es nicht öfter ausreichen, wie bereits Herr Adami wiedergegeben hat, die notwendigsten Dinge zur Verfügung zu haben? Bin gespannt auf eure Antworten!

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