Pflanzlich nicht automatisch ungefährlich

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir haben uns ein wenig daran gewöhnt, ziemlich bedenkenlos zu konsumieren. Was kann schon schlecht sein an natürlichen Heilmitteln? Ganz so harmlos allerdings sind die Produkte aus dem Kräutergarten von „Mutter Natur“ nun auch wieder nicht. Vor allem dann, wenn sie in Verbindung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten eingenommen werden. Es können gefährliche Wechselwirkungen entstehen.

Das Magazin „Der Mayo Clinic Gesundheits-Brief“ wies kürzlich auf die besonderen Risiken von pflanzlichen Ergänzungsmitteln hin und riet namentlich vor Operationen zu besonderer Vorsicht. Die Einnahme bestimmter pflanzlicher Ergänzungsmittel sollte zwei bis drei Wochen vor bestimmten Operationen unterbrochen werden. Der Grund: Solche Ergänzungsmittel könnten unter anderem die Blutgerinnungsfähigkeit des Köpers beeinflussen, Auswirkungen auf Narkosemittel haben oder den Blutdruck deutlich verändern.

In Verbindung mit einigen verschreibungspflichtigen Medikamenten könnten pflanzliche Wirkstoffe zudem das sogenannte „therapeutische Fenster“ negativ beeinflussen – auch als „therapeutische Breite“ bekannt. Gemeint ist damit das Verhältnis von therapeutischer und toxischer Dosis; je kleiner die Breite, umso gefährlicher ist ein Medikament. Der Körper kann  Abweichungen von der Dosis außerhalb des jeweiligen „therapeutischen Fensters“ kaum akzeptieren.

Bekannt sind zum Beispiel Wechselwirkungen mit Medikamenten bei:

  • Johanniskraut: Dies kann unter anderem bei Antidepressiva, blutverdünnenden Medikamenten und Asthmamitteln die Wirksamkeit der eingesetzten verstärken oder herabsetzen und zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen.
  • Knoblauch, Ginseng, Ingwer und Mutterkraut sind ebenfalls nicht ohne. Sie können das Risiko von Blutungen erhöhen, wenn Sie blutverdünnende Mittel nehmen müssen.
  • Ginko: Mit dieser Pflanze ist ebenfalls ein Risiko für Blutungen verbunden, wenn Ginko zusammen mit blutverdünnenden Mitteln eingenommen wird. Ginko könnte aber auch die Wirkung bestimmter blutdrucksenkender Präparate negativ verändern. Ungünstige Nebenwirkungen könnten auch in Verbindung mit Medikamenten gegen Krampfanfälle entstehen.
  • Kava-Kava: Noch immer schwören Menschen auf Kava-Kava; ein beruhigendes Pfeffergewächs. Die Zulassung des Kava-Kava-Präparats als Arzneimittel wurde in Deutschland zwar 2007 widerrufen. Gleichwohl ist es immer noch über einige Internet-Apotheken zu haben. Das Präparat wird  dem Magazin zufolge mit schwerwiegenden Leberschäden in Verbindung gebracht – insbesondere in Verbindung mit Cholesterinsenkern.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Magazin, vor der Verwendung von pflanzlichen Ergänzungsstoffen zunächst mit dem Arzt zu sprechen und nicht die empfohlene Dosierung zu überschreiten. Besondere Vorsicht sei bei pflanzlichen Präparaten aus dem Ausland angezeigt; namentlich bei Produkten aus China, Indien und Mexiko.

Wie stehen Sie persönlich zu natürlichen Heilmitteln? Sollte man möglichst ganz auf verschreibungspflichtige verzichten? Oder sind  pflanzliche Präparate keine Alternative zur Schulmedizin? Diskutieren Sie mit!

Ich wünsche Ihnen eine gesunde Woche!

Ihre

Sabine Olthof
Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

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2 Kommentare zu „Pflanzlich nicht automatisch ungefährlich“

  1. Michael Schwab sagt:

    Ich sehe pflanzliche Ergänzungsmittel als Ergänzung zur Schulmedizin. Wichtig ist doch vorzusorgen, damit wir nicht krank werden. Wir putzen uns ja schließlich auch nicht die Zähne, wenn wir Karries haben, sondern, damit wir keines bekommen und wir sparen auch nicht, wenn wir schon Schulden haben, sondern damit wir keine bekommen. Das wichtigste um für unsere Gesundheit vorzusorgen ist doch unsere Ernährung.Unser Körper entspricht doch den Menschen vor tausenden von Jahren, aber damals haben sich die Menschen anders ernährt, fast nur Beeren und Wurzeln, selten Fleisch und wenn dann auch kein hochgezüchtetes. Also BACK TO THE ROOTS. 8 mal am Tag Obst und Gemüse,möglichst als Rohkost, mit allen Faserstoffen und in allen Farben des Regenbogens. Wir wissen alle, was wir tun sollten, doch machen wir es aus unterschiedlichsten Gründen nicht. Die Einen haben Stress und Hektik und deshalb keine Zeit, den Anderen schmeckt es nicht, oder sie haben zu wenig Disziplin. Deshalb sollten diese Menschen ergänzen. Aber bitte nicht ein hochdosiertes Vitamin oder Mineralstoff, sondern ein Produkt, dass alle Stoffe erhält, mit allen Faser- und Ballaststoffen und in allen Farben des Regenbogens, eine sogenanntes Basisernährung.Oder habt ihr schon einmal einen Baum gesehen, an dem ein Vitamin C wächst, oder ein Strauch, an dem ein Vitamin B wächst. Nein, ein Apfel hat viele verschieden Vitamin und Faserstoffe, ebenso wie eine Himbeere oder Brombeere.
    Jetzt muss jeder selbst entscheiden, ob er sich optimal ernährt oder nicht. Man kann sich auch selbst belügen, aber nur, bis man krank wird.Was machen denn die Astronauten, die monatelang im Weltall sind? Die können auch kein frisches Obst und Fleisch essen. Sie nehmen Astronautennahrung. Das ist doch im Prinzip nichts anderes und ich denke jeder wird mir zustimmen, dass diese Menschen, deren Körper einer enormen Belastung ausgesetzt ist, bestimmt nicht Mangel ernährt ist.
    Sollte man dann doch krank werden, dann kann man Medikamente nehmen, aber bitte nicht eines, mit dem man nur die Symptome bekämpft, anstatt die Ursache zu beheben.
    Wir müssen lernen und erkennen, das wir selbst für unser Leben und unseren Körper und unsere Gesundheit verantwortlich sind und nicht der Arzt.

  2. Andrea Träger sagt:

    Bei dem Text “Pflanzlich nicht automatisch ungefährlich” habe ich zunächst erstmal tief Luft geholt. Als dann noch der Zusatz “Ergänzung” in Zusammenhang mit pflanzlichen Heilmittel genannt wurde, nochmal.
    Für mich bedeutet die Bezeichnung “Ergänzung”, dass etwas was nicht, oder nicht mehr auf ursprüngliche Weise aufgenommen werden kann, ergänzt wird.
    Johanniskraut, Ginko, Kava-Kava usw. sind wohl dementsprechend Heilmittel.
    Oder wozu sollen diese ergänzt werden.
    Vielleicht sollte in diesem Artikel und auch in dem Berichtder Mayo Clinic erst einmal geklärt werden, was mit Ergänzung gemeint ist. Ich glaube, viele Leser setzten den Ausdruck gleich mit “Nahrungsergänzung”. Hier wird der Leser leider immer wieder verunsichert. Aus meiner eigenen Erfahrung, kann ich nur sagen: “Gott sei dank, gibt es Menschen die ihr Leben der Erforschung von natürlichen Nahrungsergänzungen gewidmet haben. Seit ich verstanden habe, warum mein Körper nicht mehr so funktioniert und auch zum größten Teil danach lebe, geht es mir gut. Ja, verantwortlich ist jeder selbst für seine Gesundheit. Ich wünsche jedem viel ErVollg, der sich nach den Regeln “Five a day” ernährt.Toll, wenn jeder einen eigenen Garten hat und Obst und Gemüse frisch ernten und auch gleich verzehren kann.Ich habe leider keinen Garten von dem ich täglich ernten kann.Aber durch die Einnahme von natürliche Nahrungsergänzung kann ich die Regel “Five a day”l, mit Sicherheit verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen. Und dabei muss ich nicht Kiloweise Obst und Gemüse essen,nur um annähernd an den empfohlenen Tagesbedarf an Vitamine und Mineralstoffe zu kommen.
    Ich frage mich, ob sich der Begriff “Ergänzung” auch so einfach bei Medikamenten verwenden lässt. Zumal ja die Frage aufgeworfen wurde: “sind Naturheilmittel eine Alternative zur Schulmedizin.”Und was sollte was ergänzen???

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