Wenn Vater oder Mutter rauchen

Liebe Leserin, lieber Leser,

Raucher winken gerne ab, wenn man sie auf ihre schlechte Vorbildfunktion für Kinder hinweist. Schnell gibt es dann Reaktionen wie „unbewiesen“, „Ich pass schon selbst auf“ oder „Da gibt es bestimmt noch schlimmere negative Beeinflussungen für Kinder als Rauchen“. Wie dem auch sei, eins steht fest: Gesund ist Rauchen auf keinen Fall – weder für Kinder noch für die Eltern. Aber, selbst wenn Sie als Eltern „nur“ auf dem Balkon rauchen sollten, könnten Sie ihren Kindern trotzdem ernsthaft schaden, wie seriöse Studien zeigen.

Jeder verantwortungsvolle Raucher muss also wissen, was er wirklich tut, wenn er in Gegenwart seiner Kinder raucht. Eltern stehen durch die Nähe zu ihren Kindern im engen Familienverbund in einer großen Verantwortung. Jeder rauchende Elternteil sollte sich deshalb stets schonungslos vor Augen führen: Ich bin immer der Täter – mein Kind immer das Opfer.

Wohl gemerkt, es geht hier nicht nur um direkte gesundheitliche Schäden der Kinder durch Rauchen. Die Zigarette in der Hand der Eltern hat auch andere tückische Auswirkungen: Wenn Vater oder Mutter rauchen, hat das negative Vorbildwirkung auf das Kind. Eine US-amerikanische Studie hat z.B. ergeben, dass rauchende Eltern selbst zu einem großen Teil vorbestimmen, ob ihr Kind später Raucher wird oder nicht.

Nach der US-Studie ist die Gefahr, dass Kinder rauchender Eltern zu  Rauchern werden, durchschnittlich 3-mal so groß wie bei Nichtraucherkindern. Interessanterweise ist es dabei aber nicht gleich, ob der Vater oder die Mutter oder beide rauchen.

  • Raucht nur ein Elternteil, halbiert sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder später rauchen.
  • Raucht nur die Mutter, ist die Gefahr, dass auch die Tochter eine Raucherin wird, 2,7-mal größer als bei einer Mutter, die nicht raucht. Beim Sohn ist in einem solchen Fall die Wahrscheinlichkeit, dass auch dieser einmal rauchen wird, nur 2,3-mal höher.
  • Raucht hingegen der Vater in einer Familie, hat das gar keinen Einfluss auf die Mädchen. Aber die Jungen eifern ihm später häufiger nach, und zwar 2,4-mal öfter als bei Vätern, die nicht rauchen.

Wenn man so will hat also das Rauchverhalten der Mutter offenbar den größten Einfluss auf die spätere „Raucherkarriere“ der Kinder.  
Die Studie zeigt aber auch: Ob und wie nachhaltig ein Kind schon frühzeitig unterbewusst zum Raucher erzogen wird, hängt unter anderem davon ab, wie häufig und wie lange die Eltern im Beisein des Kindes rauchen. Geht daheim die Zigarette bei den Eltern kaum aus, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch ihre Kinder frühzeigt zu Rauchern „erzogen“ werden.

Einige Kitas haben bereits Konsequenzen aus der US-Studie und den offenkundigen Gefahren gezogen, die Rauchen für die spätere Entwicklung von Kindern haben könnte. Sie haben für Eltern und Personal ein generelles Rauchverbot auf ihrem Gelände erlassen.

Richtig, wie ich meine. Was meinen Sie? Würden Sie der Gesundheit Ihrer Kinder zuliebe mit dem Rauchen aufhören? Oder glauben Sie nicht, dass Kinder rauchender Eltern automatisch zu Rauchern „erzogen“ werden? Diskutieren Sie auch heute wieder mit!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Nachmittag!

Ihre

Sabine Olthof
Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

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9 Kommentare zu „Wenn Vater oder Mutter rauchen“

  1. fdy sagt:

    Hallo zusammen,

    meine Eltern haben beide nicht wirklich geraucht und meine Mutter ist eine starke Gegnerin des Rauchens. Ich rauche seit meinem 14.ten Lebensjahr mit Unterbrechnungen sehr gerne. Eine sog. Nachahmungs- und/oder Erziehungsfunktion, wie es die o.g. Studie darstellen will, konnte ich nicht wirklich feststellen.

    Jugendliche kommen eher verstärkt duch Altersgenossen oder spätere Kollegen zum Rauchen. Sie bleiben dann dabei, oder das Rauchen schmeckt ihnen nicht oder gibt ihnen nichts, dann lassen die Teenager es dann gleich wieder.

    Vielmehr haben Studien in den USA ergeben, dass es offensichtlich ein Rauchergen gibt, dass bestimmt ob jemand den Gechmack am Rauchen findet oder nicht.

    Ich denke auch, dass der Alkohol eingentlich die viel schlimmere Droge für unsere Kinder darstellt und das Trinken sollte mindestens genauso in der Öffentlichkeit beschränkt werden wie das Rauchen.

  2. Pommerening sagt:

    Ich selbst rauche nicht. Wir hatten uns mit meinem Mann verabredet, dass nicht in der Wohnung geraucht wird. Er ist auf die Terasse gegangen oder auf die Strasseum eine zu rauchen. Da ihm das offt nicht gefiel, rauchte er, wenn er zu Hause war fast gar nicht. Aber dann auf Arbeit um so mehr.
    Unsere Kinder bekamen daher dies Rauchverhalten früher nicht so mit.
    Auch empfand mein Mann, den Qualm in der Wohnung oder wenn die Sachen nach Rauch stanken, ebenfalls als unangenehm.
    Ich habe heute weiterhin eine rauchfrei Wohnung. Wer rauchen muss, muss dies auf der Terasse tun und 1€ in die Sparbüchse stecken. Man denke gar,es kommt dabei schon eine Sümmchenz zusammen.

  3. Reich sagt:

    Hallo,
    das Eltern in ihrem Tun und Handeln sich stets darüber im Klaren sein müssen, dass sie im Beisein ihrer Kinder eine Vorbildfunktion übernehmen ist vermutlich unstrittig. So auch beim Rauchen.
    Aus diesem Anlass haben meine Frau und ich schon vor der Geburt unseres Sohnes klar vereinbart, dass in unserer Wohnung nicht geraucht wird, sowie nicht in seinem Beisein irgendwo anders. Zudem muss man sagen, dass wir beide eher zu den Gelegenheitsrauchern zählen, sprich mal 2-3 Zigaretten in der Woche.
    Ich denke es ist wichtig dafür zu sorgen, dass alle unmittelbaren und beeinflussbaren Faktoren, die dem Kind Schaden zufügen könnten, abgestellt oder beseitigt werden.
    Für diese Entscheidung war keine Studie erforderlich ;-)

  4. Peter Eckardt sagt:

    kann mir jemand die Fundstelle der Studie und mehr Info zu dieser zukommen lassen?
    Danke
    Peter Eckardt
    Beratung@vaeterbuero.eu

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