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So motivieren Sie kleine Lesemuffel

08.08.07 | Text: Sabine Olthof
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Veröffentlicht in: Allgemeines, Familie & Erziehung, Lernen & Wissen

Ich muss zugeben, dass ich eine echte Leseratte bin. Erst letzten Sonntag habe ich einen ganzen Tag in der Hängematte verbracht und ein gutes Buch gelesen. Es war einfach herrlich.

Als ich meiner Nichte von meinem Sonntagsvergnügen erzählt habe, war sie gleich ganz begeistert und hat sich für das nächste schöne Wochenende die Hängematte und unseren Bücherschrank reserviert. Ich freue mich wirklich, dass das auch mit einer solchen Begeisterung liest. Von Bekannten weiß ich, dass es häufig gar nicht so einfach ist, Kinder zum Lesen zu bewegen. Ich habe Ihnen deshalb heute einige Tipps von der Lerntrainerin Uta Reiman Höhn zusammengestellt, die kleine Lesemuffel zu begeisterten Leseratten machen.

Erst wenn ein neugierig auf Geschichten oder Informationen ist, entwickelt es den nötigen Ehrgeiz, das Lesen zu erlernen. Mit den folgenden sechs Elternaufgaben gelingt Ihnen das bestimmt:

  1. Besuchen Sie mit Ihrem eine Stadtbücherei und lassen Sie ihm einen eigenen Ausweis ausstellen. Finden Sie heraus, was Ihr besonders interessiert. Wale, Ritter, Autos: Bei einem Besuch in der Bücherei (oder einer Buchhandlung) können Sie ihm dann entsprechende Bücher vorstellen.
  2. Lesen Sie (Väter sind auch angesprochen!) Ihrem jeden Tag ein paar Seiten aus einem spannenden Buch vor.
  3. Achten Sie darauf, dass Ihr einen ruhigen und störungsfreien Ort zum Lesen hat.
  4. Lassen Sie sich von Ihrem jeden zweiten Tag ein kleines ausgewähltes Stück aus der Tageszeitung vorlesen.
  5. Lesenlernen braucht seine Zeit, deshalb sollten Sie Ihr auf keinen Fall drängen. Vergleichen Sie es auch nicht mit seinen Freunden oder, noch schlimmer, den Geschwistern. Da kann es leicht passieren, dass Ihr sich aus Trotz oder Konkurrenzdruck ganz verweigert. Loben Sie Ihr für seine Leseleistungen und kritisieren Sie Fehler nicht.
  6. Es ist gar nicht zu unterschätzen, welchen Einfluss das eigene Leseverhalten auf ihr hat. Es fördert die Leselust, wenn Kinder beide Elternteile regelmäßig lesend vorfinden. Dabei ist es egal, um welche Inhalte es sich handelt.

Tipp: Erfahrungsgemäß ist das Vorlesen eine der effektivsten Methoden der Leseförderung, weil bei Kindern so das Interesse an Geschichten geweckt wird. Lassen Sie Ihr bei der Auswahl des vorgelesenen Buches unbedingt mitreden, denn schließlich muss es sich für die Geschichte interessieren.

7 Tipps, damit das Vorlesen gelingt

  1. Wenn Sie selbst kein geübter Vorleser sind, sollten Sie sich die Geschichte zunächst selbst einmal durchlesen. Sie können dann den gesamten Text eindrucksvoller vorlesen.
  2. Versuchen Sie den einzelnen Figuren in einer Geschichte so viel wie möglich einzuhauchen. Sprechen Sie mit verstellter Stimme und lassen Sie Gefühle erkennen. Lesen Sie Dialoge mit verteilten Rollen, wenn Ihr das schon kann.
  3. Schaffen Sie eine gemütliche und ruhige Atmosphäre, damit niemand die Vorlesestunde stört. Nichts ist unangenehmer, als wenn das Telefon ständig klingelt oder der Fernseher im Hintergrund läuft.
  4. Durch eine tägliche, feste Vorlesezeit werden Bücher und Geschichten ganz selbstverständlich in den Familienalltag integriert.
  5. Sprechen Sie mit Ihrem über die vorgelesene Geschichte. Stellen Sie selber Fragen und ermutigen Sie auch Ihr , das Gehörte zu überdenken.
  6. Es ist schön, wenn Ihr vom Vorlesen nicht genug bekommen kann. Doch auch haben ihre Grenzen. Nehmen Sie doch das Vorgelesene auf eine Kassette oder einen MP3-Player auf, so dass Ihr es sich jederzeit auch alleine noch einmal anhören kann.
  7. Unterstützen Sie Ihr darin, die gehörten Geschichten seinen Geschwistern oder dem anderen Elternteil zu erzählen. Vielleicht hat es auch Lust, das Gehörte in ein Bild umzusetzen.

Lesen durch Fernsehen fördern
Bestimmte Fernsehsendungen können Ihr durchaus dazu anregen, sich mit Büchern zu beschäftigen. Für viele Serien (z.B. Die wilden Kerle, Die Sendung mit der Maus, charmed – zauberhafte Hexen usw.) gibt es inzwischen begleitende Literatur, die den Kindern schon deshalb Spaß macht, weil sie die Figuren schon aus dem Fernsehen kennen. Das sollten Sie ausnutzen!

Versteht Ihr , was es liest?
Hat Ihr die Technik des Lesens in den ersten zwei Schuljahren erlernt und verinnerlicht, beginnt es, sich auf die Inhalte zu konzentrieren. Indem Sie Ihrem regelmäßig Fragen über die gelesenen Geschichten stellen oder es bitten, zu einzelnen Episoden Zeichnungen anzufertigen, helfen Sie ihm, sich auf die Inhalte zu konzentrieren.

Gute Bücher müssen nicht teuer sein
Es gibt viele Möglichkeiten, an spannende und aktuelle Bücher zu kommen. Je größer die Auswahl ist, desto höher ist auch die Chance, dass Ihr etwas Interessantes findet. Preiswerte Bücher bekommen Sie in der Stadtbücherei, durch Büchertausch mit Freunden oder auf Flohmärkten. Es lohnt sich, auch bei eBay oder anderen Internet-Auktionshäusern nach guten Kinderbüchern zu suchen. Oft bekommen Sie hier schon für 1 Euro Kinderbuchklassiker.

Zeitschriften für Kinder und
Es muss ja nicht immer ein dickes Buch sein, auch eine Zeitschrift vermittelt interessante Informationen, spannende Geschichten oder einfach nur pure Unterhaltung. Der Vorteil gegenüber einem Buch ist gerade für Leseanfänger nicht zu unterschätzen. Die Beiträge sind kurz und mit vielen Fotos oder Zeichnungen bebildert. Einige Zeitschriften können Sie in den Bibliotheken ansehen, um vorab zu entscheiden, ob sich ein Kauf oder sogar ein Abo lohnt. Viele Verlage bieten Schnupperabos von drei Monaten an.

Ich wünsche Ihnen einen schöne und stressfreie Woche mit vielen Büchern!

Ihre

Sabine Olthof

Verlag für die deutsche Wirtschaft AG

So werden Sie in 11 Schritten zur erfolgreichen Führungskraft

18.07.07 | Text: Sabine Olthof
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Veröffentlicht in: Allgemeines, Beruf & Karriere, Lernen & Wissen

Ein beruflicher Aufstieg ist meist mit Verantwortung für die Menschen und die Arbeit in Ihrem Team  verbunden. Wie ich selbst erst lernen muss, bedeutet das aber nicht, dass man alle Tätigkeiten der Kollegen bis ins kleinste Detail kennen und kontrollieren muss.

Ein Fallbeispiel aus "Führen Intensiv": Innendienstleiter Herr T. lässt sich jede Kundenbeschwerde, jede Anfrage und jeden Sonderwunsch vorlegen. Er trifft jede Entscheidung selbst. Die Kunden sind zufrieden. Nie lässt Herr Trautmann seine Mitarbeiter entscheiden.

Das ist ein typischer Fall von falsch verstandener Autorität, einer "Autorität von Amts wegen". Führungsautorität dagegen beruht auf Kompetenz und Erfahrung: Führungsverantwortliche beanspruchen nur so viel formale Autorität, wie sie brauchen, um ihre Aufgabe wirksam zu erfüllen. Sie sehen Autorität nicht als Macht über Menschen, sondern als Entscheidungsbefugnis zur Erreichung der Geschäftsziele.

1. Schaffen Sie Spielräume
Lassen Sie Ihre Mitarbeiter selbstständig handeln und entscheiden. Beschränken Sie sich auf die Führung des delegierten Bereichs. Geben Sie Ihren Mitarbeitern dazu jeweils einen fest umgrenzten Aufgabenbereich mit den entsprechenden Kompetenzen, innerhalb dessen sie verpflichtet sind, selbstständig zu handeln und zu entscheiden.

2. Stehen Sie zu Fehlern
Sie haben Erfolg, wenn Sie eigene Fehler zugeben. Denn aus Fehlern lernen wir. Gehen Sie also mit gutem Beispiel voran, dann werden auch Mitarbeiter zu Ihnen kommen, wenn sie einen Fehler gemacht haben.
QuickTipp: Schreiben Sie 5 Fehler auf, die Sie in den letzten 12 Monaten gemacht haben. Gewichten Sie sie und notieren Sie, was Sie daraus gelernt haben.

3. Entscheiden Sie
Nach Abwägen von Pro und Contra müssen Sie eine Entscheidung durchsetzen. Machen Sie keinen Rückzieher. Begründen Sie stattdessen nachvollziehbar Ihre . Eine gute Führungskraft trifft gerne Entscheidungen. Wenn Sie als Vorgesetzter etwas Erforderliches nicht durchsetzen, verlieren Sie Autorität.

 QuickTipp: Listen Sie alle Beschlüsse von gestern auf und fragen Sie, wie diese sich auf den Gewinn des Unternehmens oder die Mitarbeiter ausgewirkt haben. Gab es keine Auswirkungen, handelte es sich offensichtlich um überflüssige oder unwichtige Entscheidungen.

4. Begeistern Sie Ihr Team
Als guter Vorgesetzter sind Sie begeistert: von Ihrer Firma, den Produkten oder Dienstleistungen und von Ihren Mitarbeitern. Sie freuen sich auf zukünftige Herausforderungen. Aber Achtung! Ihre Begeisterung muss immer ernsthaft und aufrichtig sein.

5. Seien Sie offen und ehrlich
Wer sagt, ehrliche Vorgesetzte seien zu naiv, Mitarbeiter zu führen, der irrt. Im Gegenteil: Wer als Vorgesetzter offen und ehrlich ist, gewinnt Vertrauen.

6. Bleiben Sie objektiv
Am Arbeitsplatz entstehen Freundschaften. Als Führungskraft sollten Sie sich am Arbeitsplatz in jeder Hinsicht objektiv verhalten und angemessenen Abstand auch zu befreundeten Mitarbeitern wahren.

7. Packen Sie mit an
Legen Sie auch mal selbst mit Hand an, wenn beispielsweise ein dringender Auftrag raus muss oder damit alle rechtzeitig nach Hause kommen. Seien Sie sich für diese Arbeit an der Basis nicht zu schade.

8. Urteilen Sie ohne Vorurteil
Vermeiden Sie Schubladen-Denken. Die rosa Hemden Ihres Mitarbeiters sagen nichts über seinen Charakter und auch der Körperumfang steht in keinem Verhältnis zur Leistungsfähigkeit der Kollegin. Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil. Überprüfen Sie als Übung dafür Ihre letzte Personalentscheidung. Was hat sie beeinflusst, sind Zweifel aufgekommen oder war das die beste Entscheidung, die Sie treffen konnten?

9. Zeit für Mitarbeiter
Widmen Sie den Bedürfnissen Ihrer Mitarbeiter 20 % Ihrer Zeit. Sprechen Sie mit Ihnen und haben Sie ein offenes Ohr für ihre Probleme. Leiten Sie Verbesserungen ein.

10. Den Überblick behalten
Als Vorgesetzter sollten Sie über alle Ereignisse um Sie herum Bescheid wissen. Rufen Sie z. B. mal einen Kunden selbst an, fahren Sie mit dem Außendienst zum Kunden oder machen Sie einen  Betriebsrundgang. Das ist wichtig, um die "Bodenhaftung" nicht zu verlieren.

11. Übernehmen Sie Verantwortung
Stehen Sie als Vorgesetzter immer hinter Ihrem Team, auch wenn etwas schief geht.

Ich wünsche Ihnen eine schöne und erfolgreiche Woche!

Ihre

Sabine Olthof

Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

Die Kunst des Vergebens

04.07.07 | Text: Sabine Olthof
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Veröffentlicht in: Allgemeines, Lernen & Wissen

Ich weiß: Stille Besinnung ist nicht gerade angesagt in unserer heutigen, bisweilen doch recht oberflächlichen, lauten Gesellschaft. Gleichwohl, wir sollten an dieser Stelle die besinnlichen Themen nicht ganz aus den Augen verlieren. Sie sind es wert, betrachtet zu werden. Beispiel: die Kunst des Vergebens. Warum fällt es uns eigentlich so schwer, anderen zu vergeben?

Im Magazin “Glauben im Alltag” fand ich dieser Tage eine interessante Betrachtung zu diesem Thema und sieben Check-Fragen, die Sie nach Meinung des Magazins schriftlich beantworten sollten. Die Fragen könnten Ihnen möglicherweise helfen, sich selbst besser zu erkennen.

Eine Feststellung in dem Magazinbeitrag hat mich zunächst etwas irritiert, dann aber überzeugt. Dort hieß es: “Die Hauptschwierigkeit bei der Aufgabe, einem anderen zu vergeben, ist die Tatsache, dass wir immer in dessen Kopf herumdenken.” Das soll bedeuten: Wir verlieren uns selbst offenbar beim Prozess der Vergebung aus dem Blick. Oder mit den Worten des Autors: “Selbst wenn uns schweres Unrecht zugefügt wurde, tragen wir die Schuld des anderen mit uns herum, solange wir nicht bereit sind, zu vergeben.” Schaden wir uns also wohmöglich selber, wenn wir hart gegen unsere Peiniger bleiben?

“Zur Vergebung können wir nur gelangen”, so die These des Autors, “wenn wir ab einem gewissen Punkt das Fehlverhalten des Anderen völlig außer Acht lassen, bzw. es Gott überlassen, diesen Menschen auf seinem Weg weiterzuführen.”

Die sieben vom Magazin zur schriftlichen Beantwortung gestellten Fragen gelten für beide Seiten. Also für Menschen, die nicht vergeben können wegen des Unrechts, das ihnen zugefügt wurde und gleichermaßen für Menschen, die Schuld auf sich geladen haben. Die Beantwortung soll helfen, zu vergeben und die eigene Verfehlung zu erkennen:

  • Welchen Menschen oder welche Situationen tragen Sie mit sich herum, die Sie niederdrücken?
  • Was ist genau passiert? Was hat Ihnen dieser Mensch angetan oder was haben Sie einem anderen angetan?
  • Was empfinden Sie, wenn Sie an das Geschehen denken? Haben Sie Schuldgefühle, hegen Sie Groll oder haben Sie ?
  • Welches Ihrer Grundbedürfnisse wurde verletzt? Ist Ihre emotionale, körperliche oder materielle Sicherheit bedroht worden, oder fühlen Sie sich in Ihrer Selbstachtung verletzt?
  • Was haben sie selbst dazu beigetragen, dass es so weit kommen konnte?
  • Gibt es einen Menschen in Ihrer Umgebung, mit dem Sie Ihr eigenes Fehlverhalten besprechen könnten? Vielleicht einen Geistlichen, Ihren Seelsorger oder einen Freund?
  • Können Sie Gott um die Kraft bitten, sich selbst oder dem anderen zu vergeben und den Schaden, soweit möglich, wieder gutzumachen?

Aus der christlichen Sicht des Magazins lautet die Quintessenz: “Alles, worum wir uns kümmern müssen, sind unsere eigenen Verfehlungen, denn Selbstvorwürfe und Schuldzuweisungen machen uns das schwer. Und auf Dauer machen sie uns krank an Geist, Körper und Seele. Wer jedoch in der Vergebung lebt, ist frei, sich selbst und alle Menschen zu lieben und anzunehmen. Genau, das ist es, was Gott wirklich von uns will.”

Nachdenkliche Grüße,

Ihre

Sabine Olthof

Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG