Artikel-Schlagworte: „Mütter“

“Tante” Mama

23.07.10 | Text: Sabine Olthof
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Veröffentlicht in: Allgemeines, Beruf & Karriere, Familie & Erziehung

Liebe Leserin, lieber Leser,

hart arbeitende fürchten bisweilen nichts mehr, als von ihren Kinder irgendwann einmal mit „Onkel“ angeredet zu werden, weil sie viel zu selten zu Hause sind. Das macht Workaholics durchaus Angst. Und wir fühlen mit ihnen. Von der breiten Gesellschaft aber im allgemeinen kaum bemerkt ist festzustellen, dass dieses Problem bei uns inzwischen auch bei den Frauen angekommen ist und zugleich eine grundlegend andere Dimension bekommen hat.

Vielen Frauen droht zunehmend das gleiche Los wie den überarbeiteten Vätern, weil  sie durch Arbeitslosigkeit ihrer Männer oder als Alleinerziehende zur Haupternährerin der geworden sind und in der permanenten Klemme zwischen Haushalt, Kindererziehung und stecken. Für sie hat notgedrungen der Arbeitsplatz höchste Priorität; Haushalt und Kinder kommen danach.

Forscherinnen der Universität Essen-Duisburg und der Hans-Böckler-Stiftung haben in einer Studie den neuen Rollentausch der Geschlechter in den Familien untersucht. Das Ergebnis: Immer mehr verdienen das Geld für die Familien; das heißt in der Definition der Forscherinnen mindestens 60 % des Haushaltseinkommen. Das heißt aber andererseits nicht, dass sich nun umgekehrt die Männer daheim mehr um die Kinder und den Haushalt kümmern würden. Für die Kinder wenden die arbeitenden gleichwohl immer noch wesentliche mehr Zeit auf als die .

Daraus erwächst für die Frauen eine norme Doppelbelastung. Eine der von der Forscherinnen interviewten Familienernährerin brachte ihre Befürchtung auf den Punkt: „Ich habe Angst, dass meine Töchter irgendwann sagen werden, es war nur immer Papa da.“

Vor allem für die Frauen in Ostdeutschland, wo Frauen – anders als im Westen – schon immer arbeiten gegangen sind, ist es nach dieser Studie schwierig, ihre Rolle als Haupternährerin der und Mutter unter einen Hut zu bringen. Dort schultern wegen der im Osten allgemein hohen Arbeitslosigkeit die Frauen ihrer finanzielle Verantwortung für die oft nur mit einem Vollzeitjob. Am Arbeitsplatz sind sie dadurch einem hohen betrieblichen Flexibilisierungsanspruch ausgesetzt. Berufliche Umorientierung oder eine geringere Belastung durch Teilzeit sind kaum möglich. Denn sie können ihren Arbeitsplatz nicht aufs Spiel setzen, wenn sie nicht die Familienexistenz gefährden wollen.

Wie sehen Sie diese Entwicklung? Ist es gut, wenn die Frauen immer mehr zum Haupternährer der Familien werden?

Ihre

Sabine Olthof
Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

So machen Sie aus Ihrem Kind ein „Leseratte“

26.11.09 | Text: Sabine Olthof
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Veröffentlicht in: Familie & Erziehung

 Liebe Leserin, lieber Leser,

das Fernsehangebot wird von Tag zu Tag unerträglicher. Fast überall: Blödel-TV. Bei mir daheim bleibt „die Kiste“ deshalb meistens aus. Wie wohltuend ist es, stattdessen einmal auf der Couch ein Buch oder in einem anspruchsvollen Magazin zu . Leider aber immer weniger Menschen. Das hat Gründe: will schon früh gelernt sein. Viele Kinder bleiben ihr Leben lang „Lesemuffel“, nur weil sie von ihren nicht zum animiert wurden.

Als können Sie mithin großen Einfluss nehmen auf das spätere Leseverhalten Ihrer Kinder. sagen: ist reine Übungssache. Aber auch das Vorbild „“ spielt eine große Rolle. Übrigens Mädchen lieber als Jungen. Vielleicht liegt das daran, dass ihre mehr als die .

Und jetzt sollten besonders die von Söhnen einmal herhören: Sie persönlich sind das Lesevorbild für Ihre Jungen. Vorbildlich ist Ihr persönliches Leseverhalten zum Beispiel keineswegs, wenn sich Ihre tägliche Lektüre lediglich auf den Sportteil und die Zeitung mit den großen Buchstaben beschränken sollte. Da muss schon mehr geschehen, um den Sohnemann ans zu bringen.

raten Vätern zu dieser Lese-Therapie:

  • Versuchen Sie, Ihrem Sohn zwei- bis dreimal in der Woche ein paar Seiten aus einem Buch vorzulesen. Ihr Sohn soll sehen, dass Sie selbst .
  • Weisen Sie Ihren Sohn häufiger auf Dinge hin, die Sie irgendwo gelesen haben und fragen Sie ihn nach seiner Meinung dazu. Das macht neugierig.
  • Besuchen Sie mit Ihrem Sohn ab und zu Buchhandlungen und zeigen Sie ihm spannende .
  • Wünschen Sie sich von Ihrem Sohn zu Weihnachten ein Buch oder eine bestimmte Zeitschrift. Er lernt so besser den Wert von Büchern kennen.
  • Abonnieren Sie Zeitungen oder Zeitschriften daheim und zeigen Sie Ihrem Sohn immer wieder interessante Artikel, beispielsweise über Sport, Technik usw. So lernt er, wo er interessante Dinge findet. Aber: Es darf auch mal ein gutes Buch zum Nachdenken sein.
  • Später sollte Ihr Ihnen regelmäßig selbst interessante Artikel aus der Zeitung vorlesen oder Geschichten aus Büchern erzählen. Damit Ihr Sohn die für ihn wichtigen Stellen in Büchern schnell wiederfindet, könnten Sie ihn eigene kleine Lesezeichen basteln lassen.
  • Und: Sorgen Sie dafür, dass es daheim beim immer irgendwie besonders gemütlich und kuschelig ist.

Selbstverständlich sind die oben genannten Beispiele für Leseförderung keine reine Männersache. Auch Töchter mögen es, wenn und gerne mit ihnen . und müssen übrigens keine teure Sache sein. Sie bekommen oft tolle Kinderbücher preiswert im Internet, auf dem Flohmarkt oder für eine geringe Leihgebühr in der Stadtbücherei.

Wie halten Sie es in Ihrer mit dem ? Finden Sie auch, dass man regelmäßig in ein gutes Buch schauen sollte? Oder ist die “Leseratte” nicht mehr zeitgemäß, weil andere Medien wie das Internet die Informations- und Unterhaltungsaufgabe übernehmen? Bloggen Sie auch heute wieder mit!

Ich wünsche Ihrer immer viel Spaß beim !

Ihre

Sabine Olthof
Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG